Trunkenheit
Es ist mir gleich zu trinken, doch bin ich oft betrunken.Im Lärm, ohne einen Freund, allein, neben dem vollen Glas,vergesse ich die Erde, vergesse den Ort,an dem sich Elend und Laster sammeln.
Es ist mir gleich zu trinken. Doch wenn sich mir so nähertdie Welt meiner Freuden, müde, und mich bittetum Frieden, um Erlösung, um Tod oder um Hölle,dann lache ich über alles – und alles schmerzt mich.
Und die Verzweiflung drückt mich, allein, gegen meinen Willen,ein ganzes Leben lang, und treibt es vor sich her;ein Aufschrei zerreißt sie: „Es wird nicht besser,niemals, niemals besser, es wird nie besser werden.“
Und ich beklage mich selbst. Mir ist es nicht gegeben,eine Welt zu haben ohne arme Menschen,blaue Augen, warm wie der frühe Sommer,ein Leben im Licht, ohne Dunkelheit und Kälte.
Und im Wunsch, mich vor der Scham zu verbergen,trinke ich und wünsche mir, für immer betrunken zu sein;dann sehe ich das Laster nicht, die Gesellschaft der Müdigkeit,dann sehe ich nicht einmal die Scham, dass auch ich ein Mensch bin.Übersetzung: Astrid Philippsen